Förderungen von Investitionen durch Investitionsprämiengesetz und Konjunkturstärkungsgesetz

Die Förderung wird in Form eines Zuschusses, abgewickelt von der Austria Wirtschaftsservice (AWS) im Namen und auf Rechnung des Bundes, gewährt. Die detaillierten Förderbedingungen sind erst vom Wirtschaftsministerium zu erlassen.

Gefördert werden materielle und immaterielle aktivierungspflichtige Neuinvestitionen in das abnutzbare Anlagevermögen eines Unternehmens an österreichischen Standorten. Dies umfasst somit sämtliche Investitionen über 800 € für Gegenstände mit mehr als einjähriger Nutzungsdauer.

Die Investitionsprämie beträgt 7 % der Neuinvestitionen. Bei Neuinvestitionen in den Bereichen Ökologisierung, Digitalisierung, Gesundheit und Life-Science beträgt die Investitionsprämie 14 %. Explizit ausgenommen sind hingegen in beiden Fällen klimaschädliche Neuinvestitionen, unbebaute Grundstücke, Finanzanlagen, Unternehmensübernahmen und aktivierte Eigenleistungen.

Für das Förderprogramm steht ein Budget in Höhe von einer Milliarde Euro zur Verfügung. Diese Förderung kann von 1. September 2020 bis 28. Februar 2021 beantragt werden. Erste Maßnahmen (Bestellungen, etc.) im Zusammenhang mit der Investition müssen zwischen 1. August 2020 und 28. Februar 2021 gesetzt werden.

Aufgrund einer ausdrücklichen Regelung im Konjunkturstärkungsgesetz 2020 stellen die COVID-19 Investitionsprämien für Unternehmen keine steuerpflichtige Betriebseinnahme dar und führen zu keiner Aufwands- bzw. Anschaffungskostenkürzung (vgl § 124b Z 365 EStG). Somit kann diese Prämie steuerfrei bezogen werden und die getätigten Investitionen können
trotzdem mit den vollen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten steuerlich „abgeschrieben“ werden.

Eine ergänzende Attraktivierung für Investitionen stellt die im Rahmen des Konjunkturstärkungsgesetz 2020 beschlossene degressive Abschreibungsmöglichkeit dar. Diese neue Form der AfA soll nach einem unveränderlichen Prozentsatz von höchstens 30 % erfolgen, wobei dieser Prozentsatz auf den jeweiligen Buchwert (Restbuchwert) anzuwenden ist. Insbesondere in Kombination mit der Verlustvortragsmöglichkeit allgemein und die COVID-Verlustrücktragsmöglichkeit von 2020 auf 2019 und 2018, wird wohl in den allermeisten Fällen der höchste degressive Abschreibungsprozentsatz von 30 % den steueroptimalen Fall darstellen.

Die dadurch entstehende Erhöhung der AfA zu Beginn der Nutzungsdauer führt zu Liquiditäts- und Steuervorteilen für die Unternehmen und soll Investitionsentscheidungen positiv beeinflussen.

Für folgende Wirtschaftsgüter soll die degressive Abschreibung ausgeschlossen werden:
– unkörperliche Wirtschaftsgüter,
– gebrauchte Wirtschaftsgüter,
– Gebäude (jedoch Sonderregelung)
– PKW und Kombis (allerdings für Elektroautos zulässig),
– Anlagen, die fossile Energieträger direkt nutzen, sowie
– Luftfahrzeuge.

Beispiel:
– Anschaffungskosten: € 100.000,-
– Anschaffung und Inbetriebnahme im Jänner 2021
> Degressive AfA 2021: 100.000 x 30 % = 30.000
> Degressive AfA 2022: 70.000 x 30 % = 21.000
> Degressive AfA 2023: 49.000 x 30 % = 14.700 usw.

statt bisher jährliche AfA 10.000 bei einer Nutzungsdauer von 10 Jahren.

Somit kann für eine Investition von € 100.000 ein Zuschuss von € 7.000 bzw. € 14.000 beantragt werden. Steuerlich kann anstelle von bisher einer Abschreibung von € 10.000 im ersten Jahr eine Abschreibung von € 30.000 angesetzt werden. Dies führt (je nach Einkommenssituation bzw. Rechtsform) zu einer Steuerersparnis im Jahr der Anschaffung von bis zu 50 % oder € 15.000.
Insgesamt kann eine 100.000 € – Investition somit im ersten Jahr bereits zu
Liquiditätsrückflüssen von bis zu € 29.000 (bis zu € 14.000 Förderung und € 15.000 Steuerersparnis) führen.

Nutzen Sie daher bei Investitionsabsichten den Sommer zur Vorbereitung, um Anfang September Investitionsförderungen beantragen zu können. Sehr gerne steht Ihnen das Team der SOT zur Seite, um individuelle Analysen und Überlegungen zu Investitionen sowie die Finanzierung durchzurechnen und zu planen.